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Ausgabe 26 - März/April 2006

Jüdisches Leben in Bonn und der Region

Was wissen wir eigentlich vom jüdischen Leben in unserer Stadt und unserer Region? Im neuen PROtestant finden Sie viele hintergründige Informationen, aktuelle, überraschende, bemerkenswerte...

Erinnerung an alte Tempelliturgie: Das Schofar aus Widderhorn wird in der Bonner Synagoge zum jüdischen Neujahrsfest geblasen. (Foto: Barbara Frommann) Erinnerung an alte Tempelliturgie: Das Schofar aus Widderhorn wird in der Bonner Synagoge zum jüdischen Neujahrsfest geblasen. (Foto: Barbara Frommann)

Die heftige Debatte über die Aktion des Künstlers Santiago Sierra in der Pulheimer Synagoge hat das Thema Judentum und den Umgang mit dem Holocaust in Deutschland wieder auf die Tagesordnung gebracht. Im Nahen Osten mehren sich Stimmen, die Juden wie dem Staat Israel das Existenzrecht absprechen. Doch wie sieht es aus mit dem jüdischen Leben in Bonn und der Region?

Der PROtestant, die Zeitung für Multiplikatoren aus Gesellschaft und Kultur, Politik und Wirt-schaft, herausgegeben von der Evangelischen Kirche in Bonn und der Region, ist dieser Frage in seiner jüngsten Ausgabe nachgegangen. Mit erstaunlichen Ergebnissen: Jüdisches Leben erlebt in Bonn eine Renaissance. Die Bundesstadt zählt heute 1.046 jüdische Bürger, viermal mehr als vor 15 Jahren, so viele wie seit Ende 1940 nicht mehr. Dabei befindet sich die jüdische Gemeinde in einer großen Umbruchphase. Vier Fünftel der Gemeindeglieder sind in den letzten Jahren aus Osteuropa gekommen. „Der Zuzug ist für unsere Gemeinde die größte Herausforderung der jüngsten Jahrzehnte“, sagt Margaret Traub, Vorsitzende der Synagogengemeinde“. Doch die Gemeinde hat reagiert: So ist in der Synagoge diesen März ein jüdisches Jugendzentrum entstanden. Das erste in Bonn seit 1938.

Unverändert sieht sich die jüdische Gemeinde aber auch antisemitischen Angriffen ausgesetzt. „Bonn ist eine weltoffene Stadt, doch wir müssen damit rechnen, dass es täglich wieder los geht, auch in Bonn“, sagt Ricky Kaminski vom Vorstand der Synagogengemeinde im PROtestant. Der Geschäftsführer des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Nordrhein, Herbert Rubinstein, spricht von einem „latenten Antisemitismus in breiten Teilen der Bevölkerung auch im Rheinland“.

Eine Konsequenz: Auf Drängen des Staatsschutzes erfährt die Bonner Synagoge jetzt einen Sicherheitsumbau. Als Gastautorin unterstreicht die Bonner OB Bärbel Dieckmann: „In unserer Stadt darf es nie wieder dazu kommen, dass Menschen auf Grund ihres Glaubens, ihrer Überzeugung oder ihrer Herkunft verfolgt werden.“

Der Bonner Superintendent Eckart Wüster sieht die Kirchen in der besonderen Verantwortung, „auf die enge biblische Verbundenheit von Judentum und Christentum“ hinzuweisen. Man dürfe nicht vergessen, dass „die Kirchen mit dafür verantwortlich waren, das es beinahe gar kein jüdisches Leben mehr in unserem Land gegeben hätte“, sagt Wüster und ruft dazu auf, den kulturellen Reichtum jüdischen Lebens neu zu entdecken.

Das und vieles mehr über jüdisches Leben in Bonn und der Region, z.B. über die fast vergessene Tradition der „Landjuden“ an der Sieg, steht in der neuen Ausgabe des PROtestant (März/April 2006).

Die drei Mal jährlich erscheinende Zeitung mit einer Auflage von 6.000 Exemplaren ist kostenlos erhältlich: Evangelischer Kirchenkreis Bonn, Adenauerallee 37, 53113 Bonn (Tel.: 0228 / 6880 300, presse@bonn-evangelisch.de).

 

Joachim Gerhardt / 15.03.2006



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